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llein. Ich war tatsächlich allein. Noch konnte ich es gar nicht glauben. Ein Freitagabend, an dem keine Einladung, Party oder Familientreffen anstand, mein Mann mit den Jungs unterwegs war und unsere Töchter bei meiner Schwester einen Harry Potter Filmabend veranstalteten.
Ich empfand diese seltenen Momente des nur für mich Da sein Dürfens als absoluten Luxus. Loslassen den Alltag vergessen und mit kindlich trotziger Renitenz, all das, was die Familie sonst nicht zulässt oder belächelt, in einen Moment packen und wenn er auch nur ein, zwei Stunden dauert.
Das nach Tannennadeln duftende Schaumbad, die vielen bunten Kerzen, die angelaufene Scheibe und im Hintergrund die Balladen meiner Lieblings CD steigerten die Vorfreude. Den Telefonhörer hatte ich vorsorglich zur Seite gelegt nichts und niemand sollte mich stören. Mit der Fussspitze testete ich das dampfende Wasser. Es war heiss, herrlich heiss, fast zu heiss, Langsam liess ich mich in die Wanne gleiten, eine gefühlte Ewigkeit, bis ich entspannt lag Genussvoll zog ich an der Lucky Strike, beobachtete die glasklaren Eiswürfel in meinem Drink und genoss das Vollbad. Mit kindlicher Freude schielte ich zur bereitgelegten Nintendo Spielkonsole. Super Mario hüpfte über Stock und Stein und ich erreichte den nächsten Level
Ich gab alles, meinen Helden durch die neue virtuelle Welt zu steuern, bis er keine Lust mehr hatte. Und ich auch nicht. Mit einem nassen Waschlappen über den Augen lauschte ich den Klängen der Stereoanlage und langsam, unendlich langsam rutschte ich immer tiefer ins Wasser. Als es meine Ohren umschloss, hörte ich nur noch das leise Schlagen meines eigenen Herzen. Um mich herum nur besinnliche Stille. Kurz bevor ich meine kostbare Freizeit mit einem Nickerchen dezimierte, tauchte ich wieder auf, wusch mir die Haare und der höllisch scharfe Ladyshave liess jedes andere Härchen auf meinem Körper verschwinden. Dann duschte ich mich kalt ab und sprang mit neuer Energie aus der Wanne. Mit dem Frotteehandtuch rubbelte ich meinen Körper trocken und die nach Mandeln und Honig duftende Bodylotion gab ihm die nötige Feuchtigkeit zurück. Ich schlüpfte in meinen bequemen dunkelblauen Frotteebademantel und in diese superniedlichen und absolut kitschigen Hausschuhe, über die sie alle nur lachten, weil sie die Form von Hundewelpen hatten.
Welchen Film ich mir ansehen wollte, wusste ich längst. Einen von meinen. Einen, bei dem Jürgen immer abfällig die Nase rümpft, weil er ihm zu schnulzig ist. Auf dem Wohnzimmertisch flackerte meine Duftkerze und ruhten die Fersen meiner Füsse. Das moderne Märchen, das ich bestimmt schon zehnmal gesehen hatte, zog mich in seinen Bann
“Hat Ihnen diese herrliche Oper gefallen, Schätzchen?” “Ja, einfach toll, ich hätte mir fast in die Hosen gepinkelt.”
Zum ersten Mal musste ich bei der Szene richtig lachen. Nicht weil es so originell war, aber ein guter Freund von mir gab sich auch fünf Stunden Opern Marathon von Wagner. Plötzlich hatte ich einen Einfall und sprintete ins Badezimmer. Mit Handspiegel und einer sündhaft teuren Creme, die ich geschenkt bekommen hatte, widmete ich mich weiter dem Film. Mit der Zeit bescherte sie mir eine gewisse ähnlichkeit mit der Hexe Elphaba aus “Der Zauberer von Oz” .
“Sie verdienen hundert Dollar die Stunde und halten ihre Stiefel mit Sicherheitsnadeln zusammen?!”
“Oh ja, Eddie, sag s ihr mal, das geht ja gar nicht “, mischte ich mich in die Szene ein und spulte die DVD zurück, um seinen Gesichtsausdruck noch einmal zu geniessen. Ein ähnlicher Ausdruck reflektierte sich in meinem Handspiegel, als ich ein Poltern im Treppenhaus vernahm. Meine Mimik mutierte zu Stein, als aus der dunklen Vorahnung die blanke Realität wurde. Mit einem Sixpack Bier unter dem Arm stand mein Göttergatte, nebst der ebenfalls reichlich eingedeckten Pokerrunde im Flur und grinste dümmlich. Auf sein noch blöderes Schulterzucken konnte ich nur mit einem Augenrollen reagieren. “Servus, Schwesterlein”, begrüsste mich Eddy. “Du siehst heute viel besser aus als sonst!” “Danke Eduard!” Auch wenn mein Bruder nicht versuchte, mir unter
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den Bademantel zu schielen, zog ich es in Anbetracht der neuen Umstände vor, mich aufzurichten und unauffällig den Sitz des verrutschten Kleidungsstücks zu überprüfen. “Steht dir gut, Anja. Ich steh auf grün!”, meinte der Nächste. “Tut mir leid, Anja. Jürgen hat uns einfach mitgeschleppt. Ich hoffe, das ist für dich okay!”, entschuldigte sich ein weiterer. “Platz da! Ich muss pissen wie ein Brauereigaul oh du bist auch hier?” “Das liegt daran, dass ich hier wohne, Siggi.”
“Ist jetzt gut, Männer. Ab ins Wohnzimmer. Und denkt daran, hier ist absolutes Rauchverbot!”, ermahnte mein Mann seine Freunde. Trotz der brennenden Duftkerze roch ich den kalten Qualm ihrer Klamotten und zögernd setzte ich mein Sonntagslächeln auf. W& meiner illegal auml;hrend die Meute ins Wohnzimmer stiefelte, hörte ich jemand fragen. “Sag’ nicht, dass du in echt Eduard heisst, Eddy?” “Schnauze! Wenn einer von euch traurigen Gestalten es auch nur wagt, mich so zu nennen, pokert er ohne Zähne weiter!” Fragend sah ich Jürgen an. Er beugte sich zu mir herunter und versuchte, mir umständlich einen Kuss zu geben. Wieso eigentlich? Meine Lippen waren ja nicht mit der Creme verdeckt. “Sorry, Maus. Wir hatten ein kleines Problem. Ollis Frau drehte etwas durch, und deswegen haben wir beschlossen, hier weiterzuspielen.” “Wir können aber auch in die Kneipe gehen, wenn es dir zu viel sein sollte, Anja!”, rief einer der Männer aus dem Wohnzimmer. “Nein, bleibt ruhig hier. Es kam nur etwas überraschend.” Ich erhob mich von der Couch. “Wo ist eigentlich Olli?” “Hat so was wie Hausarrest bekommen!” “Wow, die Frau hat ihren Mann im Griff”, stellte ich fest und verzog mich ins hintere Bad, neben unserem Schlafzimmer. Während Jürgen seine an ihren Bierflaschen nuckel meiner illegal nden Gäste mit ein paar Knabbereien versorgte, zog ich vorsichtig die durchgehärtete Maske ab. Der “Pretty Woman” Filmabend war gestorben, und nie und nimmer hätte ich mich zu den pokernden Jungs ins Wohnzimmer gesetzt. In Gedanken versunken ging ich das Adressbuch meines Handys durch und wählte eine Nummer.
“Ich bin s!” “Wer ist ich bin s?” “Na ich, Anja!” “Ja klar, hätte ich mir gleich denken können.” “Was machst du heute noch?” “Muss arbeiten, aber erst später trinken wir was, Süsse?” “Im Bistro? In ner halben Stunde?” “Wird mir nicht ganz reichen, aber ich beeile mich.” “Okay, cool, bis dann.” “Bis gleich.”
Ich streifte den Bademantel ab, stellte mich vor den Spiegel und versuchte, frisurtechnisch zu retten, was eigentlich nicht mehr zu retten war. Der Kajal unterstrich meine Augenlider, und auf mehr Make up verzichtete ich. Ich fletschte ein wenig die Zähne und grinste die nackte blonde Frau im Spiegel an: “Du siehst auch so ziemlich heiss aus, Anja Müller!” Dann dr meiner illegal ehte ich mich um die eigene Achse und überprüfte, ob ich mich seit gestern wesentlich verändert hatte. Im Grunde war ich mit meinem Aussehen zufrieden. Da ich ne ganz normale Frau bin, natürlich einen leichten Spleen habe, hatte ich auch öfter mal was an mir auszusetzen. Aber nicht heute! Heute fand ich mich einfach hübsch und sexy, und genau das sollte meine Garderobe unterstreichen. Ich hüpfte in Tanga und BH, zog die neue, schwarze Jeans, ein enges helles T Shirt und die halbhohen Wildleder Stiefel an. Ein letzter prüfender Blick … Perfekt! … und schnell noch bei Jürgen im Wohnzimmer vorbei schauen.
Ein Pfiff, noch einer und die üblichen Bemerkungen von Männern, deren Alkoholpegel sie längst zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet gemacht hatte. “Wo gehst du hin, Anja?” “Suche mir einen neuen verständnisvollen Mann, der Frauen versteht und lieber Liebesfilme ansieht, als mit seinen Kumpels zu pokern.” “Dann viel Spass im Schlossgarten. Da treiben die
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sich doch rum.” “Häää? Wer treibt sich da rum?”, fragte Siggi. “Schwule, du Nullblicker.” “Wieso Schwule? Ich verstehe nicht ” “Weil du nie was raffst! Anja sagte, sie sucht sich einen verständnisvollen Mann und ” “Der Alkohol”, meinte Eddy leicht genervt und hörte seinen Kumpels kopfschüttelnd zu. “Trink nicht zu viel, Schatz! Vielleicht will ich heute Nacht noch was von dir”, säuselte ich Jürgen ins Ohr und verabschiedete mich von den anderen. Die heisse Nacht war eher ein Wunschdenken. Wieso sollte sich der Pokerabend von den anderen unterscheiden? Jeden Monat das Gleiche, und vor vier Uhr waren die eh nie fertig. Im wahrsten Sinne des Wortes. Aber ich gönnte es meinem Schatz den gesamten Spass, einschliesslich des morgendlich meiner ins face en Prozedere. Wenn der arme Kerl nicht ganz freiwillig das Gäste WC schrubbt und so gotterbärmlich jammert: “Arrrg, mein Schädel! Ist mir kotzübel. Nie wieder, Schatz nie wieder !!!”
Wie erwartet, war Jasmin noch nicht da. Ich begrüsste einige Bekannte, setzte mich an die Bar und bestellte was zu trinken. “Hey! Alles fit?” In Gedanken versunken blies ich Rauchkringel in die Luft und rührte mit dem Löffel gelangweilt im Kaffee, als ein etwa 20 jähriger Modell Gel Haar mit breitem Grinsen neben mir stand und seinen Ellenbogen lässig an die Theke heftete. “Habe dich hier noch nie gesehen, Baby!” Ich verdrehte die Augen. “Hey, Baby. Ich bin Igor. Was geht ab?” “Ich bin mit etwas sehr Wichtigem beschäftigt, Igor.” “Ah! Und was, Baby?” “Meinen Kaffee umzurühren.” “Ah! Und was geht heute Nacht noch so ab, Baby?” Ich schaute ihm in die Augen. Er grinste über das ganze Gesicht. Wenn sein Haargel nicht die richtige Konsistenz aufweist, auf die überläs meiner ins face sig angelegten Ellenbogen tropft, haut s ihn so was von “auf die Fresse” aber so viel Glück gibt es nur im Film. “Okay, Igor. Um es in deinem Jargon zu sagen schwirr ab!” “Okay, okay. Wenn du mich brauchst, ich schieb’ da hinten ‘ne fette Poolbillard Nummer.” Eigentlich bin ich selten sprachlos, aber das war einer dieser Momente. War das jetzt supercool oder eher superdumm? Oder war ich einfach schon zu alt? Der kollektive Blick einiger Augenpaare veranlasste zwangsläufig auch meinen Kopf zu einer leichten Drehung in Richtung Eingang.
Eigentlich fehlte nur der obligatorische Trommelwirbel, um die personifizierte Sünde gebührend anzukündigen. Ein gleissendes Licht am Eingang, die Köpfe der Männer wie durch Magie zu ihr gedreht. Ein Wesen aus einer anderen Welt durchschritt das “Stargate”. Hübsche, schlanke Beine in roten Mörder High Heels, ein ebenfalls roter Lederminirock, der auf dem Catwalk durchaus als breiter Gürtel durchgehen könnte und eine dunkle, transparente Bluse, u meiner ins face nter der ein Push up den Männern den Rest gab. “Hey, Süsse!”, rief sie durch das ganze Lokal. Jasmin winkte mir zu und zelebrierte ihren Auftritt. Die Wirkung lässt sich nur mit Attributen beschreiben atemberaubend, verrucht, verführerisch, sexy selbstbewusst. Sie fiel mir um den Hals und wir gaben uns den üblichen Begrüssungskuss. “Bis 23 Uhr habe ich Zeit, dann muss ich los. Was machen die Mädchen, wie geht s Jürgen?” Nachdem die familiären Verhältnisse geklärt waren, es im Grunde auch nichts wirklich Neues gab, widmeten wir uns anderen Themen. “Zwei Kunden sind in der Stadt und wollen mich unbedingt sehen.” “Du nennst sie neuerdings Kunden?” “Na klar. Ich bin in der Dienstleistungsbranche.” “Und sehen wollen nennt man das heutzutage?” “Mit den Augen weckt man Begierde damit fängt alles an, Süsse.” “Ich finde das trotzdem irgendwie seltsam.” “Weil es nicht in deine heile Welt passt?”, erriet Jasmin meine Gedanken. Ich lächelte sie an. “Wieso sol
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lte meine Welt heiler sein als deine?” “Ist sie vielleicht auch gar nicht. In Vielem sind wir uns sehr ähnlich. Wir haben denselben Modegeschmack, sind Fitness Freaks und uns gefallen die gleichen Jungs.” “Ausser, dass ich nicht dieses Cowboykraut rauche.” “Ja stimmt. Das hast du noch nie, oder?”, sagte Jasmin und zog die mir gereichte Zigarettenschachtel wieder zurück. “Sagen wir so, ich habe mir noch nie Marlboro gekauft. Du hast dich ja ziemlich in Schale geworfen, das halbe Lokal hat dir nachgeschaut.” “Das halbe?”, grinste Jasmin cool und zwinkerte mir zu, “Ich denke … alle!” An Selbstvertrauen hat es der Frau noch nie gefehlt, und auch um Komplimente war sie nicht verlegen. “übrigens, ich beneide dich darum, dass du auch ohne Make up im meiner ins gesicht mer goldig aussiehst, Süsse.” “Beneidest du mich auch wegen meiner zerzausten Haare?” Wir lächelten uns an und Jasmin grinste: “Momo Haare! … Gefällt mir, aber erzähl mal, wie es dazu kam.”
Ich berichtete ihr über den geplanten Verlauf meines Relaxabends und von der Pokerrunde. Jasmin zuckte mit den Schultern. “War doch eine tolle Idee von Jürgen, so haben wir endlich mal wieder Zeit, uns zu sehen. Aber mal eine andere Frage: Hast du es je bereut, dass du so früh geheiratet hast, Anja?” “Nee, wieso?” “Ging mir so durch den Kopf, als ich hergefahren bin. Na ja, du hättest dich noch ein paar Jahre austoben und Erfahrungen sammeln können.” “Erfahrungen habe ich auch mit Jürgen gesammelt.” “Ja sicher, schon richtig. Aber ” “Aber?” “Mir wäre das zu wenig! Ich finde es geil mit verschiedenen Männern zu ficken und das Beste daran ist, dabei auch noch Kohle zu machen.” “Ich bin aber nicht du.” “Bist du noch nie auf die Idee gekommen, dein Geld leichter zu verdienen und meiner ins gesicht vor allem an einem Tag so viel wie sonst im Monat?” “Nein!”, sagte ich empört. “Bin ich ne Nutte?” Im selben Moment bereute ich meine Worte. “Sorry Jasmin! Das war jetzt nicht so gemeint.” “Kein Problem! Als ich einen festen Freund hatte, war ich im Prinzip auch nur seine Nutte. Dazu durfte ich ihn bekochen, seine Wäsche waschen und mir den ganzen Scheiss seines aufregenden Bürolebens anhören. Irgendwann reichte es mir. Ich lebe lieber allein.” “Und ich lebe genau so, wie ich es mir immer gewünscht habe.” “Das ist das einzige Thema, über das wir jedes Mal Streit bekommen. Ist dir das auch schon aufgefallen, Anja?” “Streit würde ich es nicht nennen, aber wir haben eben grundverschiedene Ansichten. Ausserdem hast du die letzten Male mit dem Thema angefangen.” “Stimmt! Nächstes Mal fängst du wieder an Ach übrigens, der eine Typ da drüben starrt laufend her.” “Das ist Igor. Grenzbegabter Aufreisser der Marke Möchtegern.” “Solche Typen kenne ich, grosse Klappe und keine meiner ins gesicht Kohle Zeitverschwendung.” “Ich fand es ziemlich frech, dass so ein Jungspund mich anspricht.” “Na ja, der ist so 22 24. Und du siehst auch nicht grad wie 30 aus.” “Dankeschön. Aber es war vor allem seine dumme Art. So kann er mit 18 Jährigen reden, aber ” ” nicht mit dir! Hey, vergiss den Typ. Wir müssen unbedingt mal wieder tanzen gehen. Geht ihr noch in die Rockfabrik?” “Donnerstags. Alle zwei Wochen. Nur Mädels. Ist immer superlustig.” “Ruf mich doch nächstes Mal an. Wenn ich Zeit habe, komm ich vorbei und wir lassen es krachen.” “Ich hätte echt Lust, mal wieder was Verrücktes zu machen”, sagte ich. “Wie verrückt?” “Etwas, woran ich noch nach Jahren denken werde.” “Hast was Bestimmtes im Sinn?” “Nee, bin für jeden Vorschlag empfänglich.” “Morgen Abend?”, fragte Jasmin mit süffisantem Lächeln. “Ja oder Ja?” “Und was?” “Begleite mich!”
Für eine halbe Minute sah ich sie schweigend an. “Ja, klar!” “Nein, im Ernst. Nix machen, nur mal mitkommen.” “Nee
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, das mach ich nicht !” “Nimm Jürgen mit! Der findet das garantiert auch geil.” “Da wette ich drauf.” “Ab und zu kommen auch Pärchen. Höre zu, Anja. Ich kläre das mit meinem Boss ab und gebe dir Bescheid. Dann treffen wir uns im Club und ihr amüsiert euch.” “Nee, ich denke nicht.” “Schau es dir im Internet an. Die haben eine echt gute Homepage.” “Das kann ich ja mal machen. Wie heisst die Seite?” “Wie der Club. Mysteryland. Oder wie das Lied von den ärzten.”
In Gedanken hörte ich die Melodie, und die Zeile “Deine Sehnsucht ist noch immer gross” liess mich lächeln. “Hab doch Mut, vertraue mir, diese Welt gefällt auch dir. Voll vom schönsten und unvorstellbaren Grauen ” “Okay! Cool!”, antwortete ich spontan und der Gedanke bescherte mir eine meiner movie kleine Gänsehaut. “Ich schau heute noch ins Internet, und wenn es mir zusagt aber ich gehe nur hin, wenn Jürgen mitkommt.” “Super! Dann macht das.”
Wir wechselten das Thema, plauderten und plapperten über dies und das, die Zeit verflog, Jasmin wurde unruhiger, hektisch, schaute demonstrativ auf ihre Uhr. Ich winkte der Bedienung und drückte ihr einen Zwanziger in die Hand. “Stimmt so!” “Oh. Vielen Dank, einen schönen Abend noch …”
“Weisst du was, Anja? Siehst du Igors Stielaugen … ich meine … wir sollten uns noch von ihm verabschieden.” Ich verstand sofort ihre kleine Anspielung und grinste. Wir wählten den Nebenausgang, der uns rein zufällig an den Billardtischen vorbeiführte. Dass die Jungs auf der Stelle ihr Spiel unterbrachen, lag natürlich an Jasmins Outfit. Die Art unseres Lächelns schien bei einigen Herzrhythmusstörungen auszulösen. “Hallo, Igor”, säuselte Jasmin. Ich musste grinsen. Der Typ wurde nervös, sein in Sprachlosigkeit erstarrter Mund meiner movie passte ausserdem ganz hervorragend zu seinen gegelten Haaren … “Kennst du uns nicht mehr? Nach der heissen Nacht?”, fragte ich traurig. “Ach, Igor, du geiler Bock, du Hengst …”, legte Jasmin weiter vor. Sie ging auf ihn zu, ganz nah … fand den verruchtesten Tonfall, den ihre Stimme zu leisten imstande war: “Du warst einfach fantastisch, Igor, mein Hengst.” Jasmin küsste den verdutzten Igor auf die Wange und warum meine Lippen plötzlich auf seinem nicht gerade Sinnlichkeit vermittelnden Mund gelandet waren, weiss ich heute nicht mehr. Jasmin und ich hakten uns ein, schlenderten gemütlich, vielleicht auch ein Stück weit aufreizend, in Richtung Ausgang. Die Sprachlosigkeit schien nur ein kurzer Moment in Igors Leben gewesen zu sein, ganz plötzlich stand er hinter uns. “Hey Pussybabys, ich kapier’ zwar nicht genau, was das sollte, aber das mit der geilen Nacht steht doch noch, oder was geht ab?” “Na, wenn du auf einen wirklich geilen Dreier stehst, an uns soll s nicht liegen.” Unser russischstämmiger Vere meiner movie hrer war jetzt wirklich am Ende. Er stammelte etwas vor sich hin und dankte irgendeiner höheren Macht für den Tag.
Wir blieben stehen, sodass seine Kumpels uns noch beobachten konnten, und Jasmin streichelte Igor sanft über die Wange. “Für deine Freunde bist du jetzt The Man! Also geniesse es.” Sie beugte sich vor, küsste ihn auf die zuvor gestreichelte Wange, und um dem Ganzen noch die sprichwörtliche Krone aufzusetzen, fasste sie ihm einfach in den Schritt. “Wow ihr macht mich fertig, ich sag nur schnell meinen Kumpels Bescheid.” “Würde ich nicht tun, Igor es sei denn, du willst sie ihrer Illusionen berauben”, warnte ich ihn. “Wie? Was? Ich versteh’ nicht!” “Wenn du zehn Jahre älter wärst, Igor geh wieder Billard spielen!” “Ihr macht mich fertig! Ich dachte ” “Nicht denken, Igor! überlass’ das den Pferden, die haben einen grösseren Kopf. Es liegt nicht an dir.” “Wir sind lesbisch, da hast du leider keine Chance”, fügte ich hinzu und nahm Jasmin bei der Hand
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. “Oder törnt dich das etwa an? Willst du mal zuschauen, Igor?” “Meine Fresse ich bin dabei!” “Es wird dir gefallen, wie wir unsere nackten, sinnlichen, durchtrainierten Körper aneinander reiben und ” Ich fuhr mit der Zunge über die Lippen und schaute meine Freundin an. Jasmin nahm meine Hand und legte sie auf ihr Dekollete. “Ich begehre dich, Süsse. Lass uns in den Sonneuntergang reiten ” Jasmin legte ihren Arm über meine Schultern und wir wandten uns dem Ausgang zu,… Was hätte ich jetzt dafür gegeben, den Gesichtsausdruck des armen Igor sehen zu können … Kaum waren wir draussen, pinkelten wir uns fast ins Höschen. “Sonnenuntergang? Mitten in der Nacht? Und reiten?” “Mein Gott, ich dachte an diesen Cowboy, dieses Comic Lucky Luke.” meiner movies Wir kicherten albern und klatschten wie Teenies ab. Ein Pärchen ging vorbei und sah uns verwundert an. “Igor wusste gar nicht mehr, wo ihm der Kopf stand.” “Ja, die arme Sau”, sah es Jasmin ebenso.
Das ist ja ein Zweisitzer”, stellte ich fachkundig fest, als wir vor Jasmins feuerrotem Sportwagen standen. “Wow! Die Frau des Kfz Meisters”, meinte sie trocken. “Der hat doppelt so viel Platz, wie ich benötige.” “Sieht gut aus. Und teuer. Was ist das überhaupt für eine Marke?” “Ist das wichtig? Sieht doch gut aus. Und ich habe sogar eine Mobilitätsgarantie”, grinste Jasmin. “Also Anja, ich klär das dann ab und melde mich bei dir.” “Cool. Aber rechtzeitig, ich muss mich darauf erst noch mental vorbereiten.” “Morgen Nachmittag, dann hast du Zeit genug dich hübsch zu machen und Jürgen zu überzeugen.” “Letzteres ist das kleinere Problem. Aber was soll ich überhaupt anziehen?” Jasmin sah auf ihre Armbanduhr und schloss ihren Sportwagen auf. “Reden wir morgen drüber, ich muss los.” W meiner movies ir verabschiedeten uns in gewohnter Manier. Während sie in ihren Flitzer stieg, machte ich mir Gedanken, wie jemand in den Schuhen überhaupt fahren konnte als die roten Rückleuchten an der Kreuzung verschwanden, schauderte es mich ein wenig, bei den Gedanken an die groteske Pokergesellschaft zu Hause …
“Je später der Abend, desto schöner die Gäste.” Ich drehte mich um und erkannte ein paar Freunde aus dem Radsportverein. “Willst du schon heim, Anja?” “Komm schon, so jung kommen wir nie wieder zusammen ” In Anbetracht der bei uns tagenden Pokerrunde Ich hakte in den mir dargebotenen Arm ein
Auf der Heimfahrt musste ich ständig an diesen Club denken. Ich war hin und her gerissen. Einerseits faszinierte mich die Vorstellung … die mich andererseits befremdete, ja, sogar abstiess. Frauen, die gegen Bezahlung Sex anbieten unvorstellbar für Geld den Körper verkaufen … oder sogar noch mehr?
Deine Sehnsucht ist noch immer gross. Komm mit mir und du wirst sehen, wenn wir durch meiner movies den Spiegel gehen, wirst du deinen Augen nicht mehr trauen. Hab doch Mut, vertraue mir, diese Welt gefällt auch dir
Zu Hause zockten die Jungs immer noch. Euphorisch berichtete mir Jürgen, dass er bis jetzt schon 18 Euro gewonnen hatte. Rechnete ich die beiden leeren Whiskeyflaschen aus unserer Bar dagegen, hielten sich die familiären Verluste noch in Grenzen. Siggi sortierte die neuen Karten verkehrt herum in sein Blatt ein und wunderte sich mit weit aufgerissenen Augen. Nur Eddy schien immer noch im gleichen Zustand zu sein, und reagierte zunehmend genervter. Als er risikofreudig ganze zwei Euro in den Pott schob, ging ein Raunen durch die Pokerrunde. Ohne dass sie es merkten, zog ich mich ins Schlafzimmer zurück. Mit zittrigen Fingern tippte ich “Mysteryland” in die Adresszeile und wartete, bis sich die Site aufbaute. Wieder durchströmte mich die Ambivalenz, die Faszination des Fremden, die mich anzog und gleichzeitig abstiess. Ich schaute mir alle Bilder an und las mit Faszination die Einträ
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ge im Gästebuch. Süss, geradezu poetisch die einen, vulgär und geschmacklos die anderen Stimmen Als ich den Deckel des Laptops schloss, rotierte der Pendel schon mächtig in meinem Sinn. Ich schlich ins Bad, die Jungs diskutierten über ein ungeschriebenes Pokergesetz, und Minuten später war ich unter meiner kuschelweichen Bettdecke. Alea iacta est Caesar warf die symbolischen Würfel am Rubikon kurz bevor ich einschlief, waren sie gefallen.
Am nächsten Tag weihte ich Jürgen ein, der mit seiner Entscheidung weitaus weniger Probleme hatte, im Gegenteil sogar fast zu schnell von meiner Idee begeistert war. Am Nachmittag telefonierte ich mit Jasmin und liess mir einige Tipps geben. Relativ viel Zeit verwendete ich im Badezimmer: Haare richten, Fingernag meiner oral elpflege und zuletzt die Königsdisziplin: Das richtige Make up finden.
Unter der Woche benutze ich so gut wie nie Make up. Auch nicht im Büro. Die Augen mit Kajal nachziehen, gehört allerdings bei mir zum Morgenritual, wie das Zähneputzen oder Duschen. Dem Alltäglichen folgt dann die Steigerung für besondere oder ganz besondere Anlässe: Und der heutige Anlass war durchaus eine Reihe von Experimenten wert. Dass ich am Ende wieder bei meinem Favoriten landete, wunderte mich eigentlich kaum. Zurzeit waren es Nude Töne.
Die Basis bildet die sonnengebräunte Haut. Auf eine Grundierung wird verzichtet. Augenbrauen mit einer Bürste in Form bringen, Bronzepulver mit leichten Glanzpartikeln auf die Wangen stäuben. Einen goldigen Creme Eyeshadow auf die Lider und die Brauen tupfen, das hellt die Härchen optisch auf. Danach noch mal bürsten, Wimpern dezent in Schwarz akzentuieren und zum Abschluss transparentes Gloss auf die Lippen, damit der Mund recht verführerisch wirkt. Nach meiner oral einigem Experimentieren war ich schliesslich zufrieden.
Lediglich der Zeitpunkt war schlecht gewählt. Wenn Jürgen das Bundesligaspiel seines VfB bei Premiere verfolgte, war er nicht ansprechbar. Weder verbal, noch für optische Reize. Nach der übertragung und vor “Alle Spiele, alle Tore” fand er dann aber doch ein paar Minuten, mein Aussehen zu würdigen. Männer!
Ich liess ihm sein Vergnügen und sprang in den Kleiderschrank. Es war zum verrückt werden, ich hatte wirklich nichts zum Anziehen “Ich dachte, das wäre ein FKK Club, wieso machst du dir dann Gedanken, was du auf der Fahrt anziehst, Maus?”, kam s von der Couch. “Klappe!” “Okay.” Minuten später rümpfte er die Nase. “Schatz! Muss das hier sein?” “Ja!” Was kann ich dazu, dass Nagellackentferner so komisch riecht Und was kann ich dafür, dass mir die mittags aufgetragene Farbe jetzt nicht mehr gefiel ?
Gegen 20 Uhr fuhren wir dann gemütlich los, und eine gute Stunde später standen wir vor dem Ei meiner oral ngang des Etablissements. Während der Fahrt redeten wir über alles Mögliche, nur nicht über den bevorstehenden Abend. Ich war höllisch nervös, versuchte meine Anspannung zu überspielen, und Jürgen sah mich fragend an. Ich nickte und er klingelte. Ein elektrischer Türöffner surrte. “Hallo. Ich weiss schon Bescheid”, begrüsste uns eine brünette Frau an einer kleinen Rezeption. “Ich heisse Sabine, und ihr seid Tanja und Jürgen.” “Anja “, verbesserte sie mein Mann. Ich schaute mich neugierig um. Die Frau trug ein schwarzes Tanktop und billigen Modeschmuck um den Hals. Doch ihr Lächeln war echt. Sie stand in einem kleinen Raum, der vorne durch eine Holztheke abgegrenzt war. Im Hintergrund hingen nummerierte Schlüssel an der Wand. Daneben gab es Fächer mit Handtüchern, alle in Weiss. ähnlich wie in einer Sauna, wo wir hin und wieder hingingen. Dazu passten dann auch die beiden nackten Frauen, die um die Ecke bogen und uns freundlich anlächelten. Nu
meiner photo
n ja, nur auf den ersten Blick, denn die beiden waren grell geschminkt und in hohen Schuhen. Sie legten je einen Schlüssel auf die Theke, machten einen Scherz mit der Empfangsdame und unterhielten sich dann wieder in einer mir unbekannten Sprache. “Einen kurzen Moment bitte”, bat uns Sabine und holte einen Ordner heraus. Die beiden Nackten unterschrieben darin und verschwanden hinter einem schweren, dunkelroten Vorhang. Ich spickte durch den Spalt, der den Eingangsbereich von der übrigen Lokalität abgrenzte. Viel erkannte ich nicht, nur, dass scheinbar einiges los war. “Ich habe doch irgendwo diesen Vertrag “, murmelte Sabine und durchwühlte einen Ablagekorb. “Vertrag?”, flüsterte ich Jürgen zu, der ahnungslos mit der Schulter zuckte. “Moment bitte ich erkläre meiner photo es euch sofort ” Es klingelte, Sabine betätigte den Türöffner und ein Mann trat ein. “Kann ich grad schnell ?”, fragte sie uns mit einem entschuldigenden Unterton. Wir nickten verständnisvoll und beobachteten, wie der Gast den Eintritt bezahlte, frische Handtücher und einen Spindschlüssel bekam. “Getränkekarte?” “Ja bitte! Hunderter! Und eine Frage: Ist Jasmin schon hier?” “Ja, die habe ich schon gesehen.” “Wunderbar! Sag ihr bitte, ich dusche jetzt und sie soll schon mal Sekt bestellen, sie weiss schon welchen.” Zufrieden grinsend schnappte er seine Handtücher und stolzierte in Richtung Umkleidekabinen. “Jasmin? Die Jasmin?”, fragte ich die Brünette, die sich wieder dem Papierstapel widmete. “Einer ihrer Stammkunden. Ruft immer vorher an und kommt nur, wenn sie da ist.” Ich nickte, Jürgen lachte und erst später dämmerte mir wieso. Zweideutige Wortspiele durchschauen Männer wohl schneller oder zumindest anders als Frauen. “Ahh, da ist es ja!” “Gibt s ein Problem?”, meiner photo fragte Jürgen. “Nein, nein, aber es ist normalerweise nicht üblich, dass unsere Kunden ihr Essen mitbringen”, lachte sie. “Es ist nur ein Standardformular, worauf ihr bestätigt, als Paar hier zu sein und keine finanziellen Absichten zu haben.” Jürgen schnappte sich den Vordruck und las ihn durch.
“Jasmin hat euch aber schon erklärt, wie es bei uns abläuft?” “Ja, so im Groben wissen wir Bescheid”, sagte ich. “Sie erzählte, dass du gern tanzt.” “Jasmin erzählt ziemlich viel.” “Wir haben hier sehr wenige Geheimnisse. Also, wenn du ein wenig tanzen willst, wir hätten nichts dagegen und unseren Gästen würde das sicher gefallen.” “Vielleicht mache ich das später auch, kommt auf die Stimmung an.” “Natürlich. Seht euch erst mal alles an und taut ein bisschen auf. Dort hinten sind die Duschen und Umkleidekabinen dann hier durch den Vorhang ” Sie erklärte uns noch die Hausordnung des Clubs in geschäftsmässig heruntergehaspeltem Ton für Neukunden. Wir bek meiner photo amen Handtücher in die Hand gedrückt, und Sabine wünschte uns viel Spass. Kurz darauf waren wir in einem kleinen Umkleideraum und verstauten unsere Klamotten im Spind. Desinfizierte Badeschuhe lagen nach der Grösse geordnet in einem Regal und nach einigem Suchen fand ich wenigstens ein Paar mit Grösse 40. Eine Nummer zu gross, aber hier war die Auswahl auch eindeutig auf Herrengrössen abgestimmt.
Das grosse Handtuch um den Oberkörper gebunden, Hand in Hand mit Jürgen, der seines um die Hüften trug, gingen wir wieder in Richtung der Rezeption. Das Lied der “ärzte kam mir wieder in den Sinn. Der Vorhang war in gewisser Weise der Spiegel.
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Augen zu und durch. Mein Kopf war längst bereit. Jürgen zog den Spalt auf, wir schlüpften hinein und platzi
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erten uns zunächst im äussersten Eck, wollten erst einmal die Atmosphäre wirken lassen …
Eine lange, leicht geschwungene Theke dominierte die gesamte linke Seite, während Tische mit bequemen Sitzmöbeln vorne rechts standen. Dezentes, aber betont ausgerichtetes Licht, verlieh dem Saal das typische Flair einer Nachtbar. Auf einem Grossbildfernseher liefen Musikclips, und etwa 30 bis 40 Männer waren mit weissen Handtüchern um den Hüften im gesamten Raum verteilt. Um sie herum oder in Grüppchen beieinander, standen viele, überwiegend 20 bis 30 jährige Frauen, die sich, teils Oben ohne, teils in Dessous, angeregt unterhielten.
Jürgen tippte mir an die Schulter und zeigte auf einen nach rechts abgehenden Flur, den ein Schild als Sauna meiner photos bereich kennzeichnete. Wir schlenderten in die Richtung und sassen kurz darauf in einer kleinen, nicht zu heissen Kabine mit grosser Glasscheibe, und schauten uns das rege Treiben in Ruhe an. Ich sortierte immer noch meine ersten Eindrücke. Es war wie in einer Bar. Nett eingerichtet, nicht kitschig, und mit einem der Situation angepassten Dämmerlicht. Männer sassen an der Theke, tranken etwas und redeten mit den Mädchen. Während einige sich scheinbar ganz gelassen unterhielten, parkten andere ihre Hände auf diversen Körperteilen und verschwanden meist auch recht schnell hinter einer Tür, die offenbar ins Obergeschoss führte. “Ach du Sch ! Schande.” “Was ist?”, fragte Jürgen. “Ich bin so blöd! Gehe geschminkt in die Sauna.” Mein Mann schmunzelte. “Du siehst auch ohne Make up super aus, Schatz.” “Ja klar!”, ärgerte ich mich. “Doch echt. Ausserdem ist es jetzt eh zu spät. Du hast doch dein Zeugs dabei oder?” “Trotzdem. Da habe ich überhaupt nicht dran gedacht ” “Es meiner photos gibt Schlimmeres, du kannst dich ja nachher wieder rausputzen.” “Ich habe aber ” “Dann frag Jasmin!”, fiel er mir ins Wort. “Oder bleib so, wie du bist, so gefällst du mir am besten.” Er lächelte und ich zog es vor, mich nicht weiter mit ihm über die frauentypische Notwendigkeit von Farbe im Gesicht zu unterhalten. Wir beobachteten weiterhin die Aktivitäten an der Bar.
Während die Hand der Brünetten langsam unter dem Handtuch des Grauhaarigen verschwand und ihm dieses typische Grinsen im Gesicht bescherte, hatte die Schwarzhaarige bei dem Glatzkopf weniger Erfolg. Nach seinem unmissverständlichen Kopfnicken zog sie schmollend ab. Zwei junge Männer tauchten aus meinem Blickwinkel auf, setzten sich neben zwei Mädels und redeten mit Händen und Füssen. Eins war mir sofort klar. Wie an jeder Bar wurden auch hier die Kontakte geknüpft.
“Was denkst du, Maus?”, fragte Jürgen nach einer Weile. “Ich weiss nicht. Ich habe mir das anders vorgestellt.” “Man stellt es sich meiste meiner photos ns anders vor, als es letztendlich ist. Die Männer kommen aus einem bestimmten Grund hierher, und die Frauen wollen Geld verdienen.” “Das ist mir auch klar”, sagte ich eine Spur zu schnippisch. “Aber ich finde das trotzdem irgendwie komisch.” Jürgen lachte und schüttelte den Kopf. “Komm Anja. Wir gehen kurz duschen und trinken dann erst mal was.” “Okay. Oh, schau mal, da ist Jasmin.” Meine Freundin begrüsste einen Mann mit Küsschen und setzte sich zu ihm an die Theke. “Das ist doch der Typ, der nach ihr gefragt hat. Als wir hier ankamen und an der Rezeption warteten.” “Ja, der Typ, der nur kommt, wenn Jasmin kommt ” Auch wenn ich mich nicht zu Jürgen umdrehte, sein süffisantes Grinsen wegen meiner ambivalenten Aussage konnte ich mir vorstellen. Ich rückte näher an die Glasscheibe und beobachtete meine Freundin, wie sie sich mit dem wesentlich älteren Mann unterhielt. “Setz dich doch gleich dazu.” “Du bist ein Idiot, Jürgen!” “Nur ein Mann. Aber ich gebe wenigstens zu, das
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s es mich interessieren würde, was die da quatschen.” “Das krieg ich sowieso raus.” “Ich weiss! Wenn du was wirklich wissen willst, kannst du ganz schön hartnäckig sein.” “Wenn ich es weiss, bedeutet das noch lange nicht, dass du es auch erfährst”, entgegnete ich schnippisch und zeigte Jürgen die kalte Schulter. Sekunden später umklammerten mich zwei Arme und Jürgen hauchte mir leicht über den Hals. Ich zuckte zusammen und versuchte, ihn wegzudrücken. Bevor ich zickig wurde, nahm er wieder Sicherheitsabstand ein. “Oh Menno, Jürgen! Ich hass’ das! Jetzt hab ich eine Gänsehaut.” Während ich meine Arme betrachtete, grinste mein Mann zufrieden. “Auf jetzt. Ich habe Durst.” “Wer fährt eigentlich nachher, du oder ich?” “Na du, Maus. Ich sagte doch meiner pic eben, dass ich Durst habe.” “Na toll. Dann kann ich nichts trinken und mir auch den Kopf nicht mit illegalen Drogen vollknallen?” Letztere äusserung, zugegeben, nur um ihn zu provozieren, überhörte er einfach, und wir gingen zur Dusche. Aus dem Augenwinkel beobachtete ich meinen Mann. Wie pragmatisch und selbstverständlich Jürgen mit der für uns neuen Situation umging. Ich sollte mir eine Scheibe von ihm abschneiden schliesslich wollten wir uns hier auch amüsieren
Ein paar Minuten später waren wir wieder zurück. “Apfelsaftschorle und ein Whisky Cola”, bestellte Jürgen an der Theke. Während wir uns am äussersten Rand hinsetzten, schaute ich ihn verwundert an. Da er Whisky grundsätzlich pur trank, war mir schlagartig klar, dass ich heute nicht heimfahren musste. “Willst du mich abfüllen?” “Ein bisschen, damit du etwas lockerer wirst.” “Ich bin absolut cool.” Jürgen lachte. “Ich habe es etwas anders gemeint.” “Ich weiss, was du gemeint hast!”
“Hall meiner pic o. Bist du neu? Hab dich hier noch nie gesehen?”, fragte eine dunkelhaarige Frau mit leichtem osteuropäischen Akzent. Von ihren High Heels und einer doppelreihigen Perlenkette um den Bauch abgesehen, war sie völlig nackt. “Ich bin als Gast hier. Meine Freundin Jasmin hat uns den Club empfohlen.” “Uns?” “Ja. Meinem Mann und mir.” “Oh, mal ganz was anderes”, kicherte sie. “Ich heisse Carina, aber alle nennen mich Caro.”. “Ich bin Anja.” “Hübscher Name.” “Danke. Das ist Jürgen.” “Hallo, Jürgen”, begrüsste Caro meinen Mann und wandte sich wieder an mich. “Ziemlich mutig hier herzukommen, die anderen Frauen haben sich schon gewundert.” “Wird hier viel getuschelt?”, fragte Jürgen keck. Die Antwort gab eine andere Frau. “Auch wenn die Frauen hier einem Job nachgehen, welcher der untersten sozialen Stufe zugeordnet wird, so sind es dennoch Frauen. Manchmal findet hier ein Zickenkrieg statt, der seinesgleichen sucht. Hey, ihr beiden, schön, dass ihr hier seid.” “Servus Jasmin. Wir sind schon ne gute ha meiner pic lbe Stunde hier”, sagte Jürgen. “Und wie gefällt es euch?” “Gewöhnungsbedürftig. Aber das wird noch.” Ich versuchte, mir nichts anmerken zu lassen, aber Jasmins Outfit irritierte mich doch. Um die Hüfte trug sie so etwas wie einen breiten Gürtel, der gerade mal das Allernotwendigste verdeckte. Dazu dunkelrote Strapsstrümpfe und ebenfalls rote High Heels. “Die Farbe der Sünde”, grinste sie mich an. “Aber Süsse, wir müssen uns unbedingt über dein Outfit unterhalten.” “Was ist damit?”, fragte ich irritiert und sah an mir runter. Das Mysteryland ist ein FKK Club und jeder Gast hat hier ein Handtuch umgebunden. Aber eben nur die Männer! Als ob sie meine Gedanken lesen konnte, meinte Jasmin. “Du fällst mit deinem Handtuch auf, wie ein bunter Hund. Hast du die Sachen mitgebracht, über die wir am Telefon geredet haben?” “Ja, habe ich dabei. In meiner Tasche im Spind.” “Caro, Süsse. Klär doch die beiden ein bisschen auf, ich muss los. Bis später”, bat Jasmin
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ihre Kollegin und hakte sich bei dem schon wartenden Mann ein. “Jasmins Sugar Daddy mit der goldenen Kreditkarte”, sagte Caro und grinste. “Kennst du Jasmin gut?” “Wir sind eng befreundet”, meinte sie.
Jürgen entdeckte einen Fussball, wenn auch nur in einer Premiere Sendung auf dem Grossbildschirm und ohne Ton, was ihn aber nicht daran hinderte, fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen mit dem Barnachbarn zu diskutieren. Ich schüttelte nur den Kopf. Währenddessen unterhielt ich mich mit Caro. Während einige Frauen mir zulächelten, oder nachfragten, ob ich eine neue Kollegin sei, erntete ich auch einige richtig giftige Blicke. Glücklicherweise änderte sich das dann doch recht schnell, nachdem die Informationen wie ein Lauffeuer durch den Club gegangen waren. Ich meiner pics war keine Konkurrentin, würde ihnen also keine Kunden wegschnappen. Aber ich machte auch unmissverständlich klar, dass mein Mann nicht auf der Suche nach käuflicher Liebe war.
“Wir gehen eine rauchen, Schatz”, informierte ich Jürgen und folgte Carina in den Rauchersektor. Auch hier machte das Antirauchergesetz keine Ausnahme. Man hatte einfach das kleine Sexkino als Raucherraum auserkoren. Vor dem Eingang standen einige Frauen, weil der Vorhang zugezogen war. “Kann Luca nicht auf dem Zimmer ficken, wie die meisten anderen auch?”, erboste sich eine aufgedonnerte Platinblondine mit ausgeprägtem Becken. “Ihr Kunde steht halt drauf. Dich kotzt es doch nur an, dass du dich beim Rauchen nicht auf deinen fetten Arsch setzen kannst.” “Stimmt gar nicht, aber die Alte muss sich an die Spielregeln halten. Meint, sie ist hier die Königin.” Eine der Frauen sprach Carina an und sie antwortete in einer slawischen Sprache. Die Diskussion wurde hitziger und mit eindeutigen Gesten untermauert. Plötzlich ging der Vorha meiner pics ng auf und der Redeschwall verstummte. Zwei junge Mädchen und Männer, die zweifelsohne ihre Väter sein könnten, traten heraus und gingen zur Treppe, die ins Obergeschoss führte. Wieder einmal hatte ich meinen “fassungslosen” Blick aufgesetzt. Caro zupfte an meinem Handtuch. Kurz darauf sassen wir nebeneinander auf einer Liegecouch und sie gab mir Feuer. Während Carina nach dem Handy in ihrer Handtasche angelte, sah ich mich um.
Der Raum hatte die Form eines Dreiecks. Ein Grossbildschirm zeigte Pornofilme, aber ohne Ton. Der rechtwinklige Teil des Kinos wurde ausgefüllt von einer riesigen, mit dunkelrotem Stoff bezogenen, Sitz und Liegefläche. Sie war gut und gern zwei Meter tief und mit zahlreichen Kissen dekoriert. Die Wände waren dunkelgrau gestrichen und kerzenähnliche Glühlampen gaben dezentes Licht. Vor uns standen ein paar kleine Beistelltische.
Ich streifte die Asche im Aschenbecher ab und fragte einen der anwesenden Männer: “Wieso war der Vorhang eigentlich zugezogen?” meiner pics “Ich bin mir nicht sicher, vielleicht, dass niemand mehr reinkommt?” “Richtig!”, mischte sich ein anderer ein. “Es ist ein Zeichen, dass was läuft. Die anderen Mädchen wissen Bescheid, und man verhindert, dass die Spanner reinstürzen.” “Zuschauen ist verboten?”, fragte ich, weil ja die beiden Männer schon vor mir im Kino waren. “Nein. Aber es gibt hier Typen, die nur aufs Spannen aus sind. Zumindest hat mir das eine mal so erklärt.” “Bist du neu, ich
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